Das Unheil nimmt seinen Lauf. Wagner’s Ring in München beginnt.

Heute beginnt die Wiederaufnahme des 2012 von Andreas Kriegenburg inszenierten Weltuntergangsdramas von Richard Wagner an der Bayerischen Staatsoper. Die musikalische Leitung hat dabei der Generalmusikdirektor Kirill Petrenko, der, neben Christian Thielemann, einer der bedeutendsten Wagner-Dirigenten unser Zeit sein dürfte.

Ich bin sehr gespannt; zumal meine erste Ring-Berührung eher atypisch direkt bei den Bayreuther Festspielen stattfand. Seither bin ich der Magie von Wagner’s Musik verfallen.

Mit der Vollendung der Partitur der Götterdämmerung ist der gesamte Ring des Nibelungen am 21.11.1874 nach 26 Jahren Arbeit vollendet.

Das Rheingold („Vorabend“) wurde am 22.09.1869 im königlichen Hof- und Nationaltheater in München erstmals uraufgeführt. Als Bestandteil eines Zyklus kam es 13.08.1976 unter Leitung von Richard Wagner selbst im Rahmen der ersten Bayreuther Festspiele auf die Bühne.

Die Textdichtung fand in Wagner’s „Exilzeit“ von Oktober 1851 – November 1852 in Albisbrunn bei Zürich statt. Mit Kompositionsarbeit von November 1853 – September 1854 schloss er den ersten Teil seines Lebenswerkes ab.

Loriot hatte in seiner ihm eigenen humoristischen Ausdrucksweise eine Beschreibung des Rheingold vorgenommen, welche ich trotz der Ernsthaftigkeit der Wagner’sche Werke im Kern als Inhaltsangabe treffend finde:

Mit dem plötzlichen Auftauchen der Rheintöchter, drei unbekleideten passionierten Schwimmerinnen, ist das Ende der Unschuld vorprogrammiert. Das bekannte Gesangstrio singt ebenso gut unter wie über Wasser und hört auf die Künstlernamen Woglinde, Wellgunde, Floßhilde. Unverantwortlicherweise sind die Damen mit der Bewachung eines hochbrisanten Wertobjektes, des so genannten Rheingoldes betraut, ohne im Mindesten hierfür geeignet zu sein. Sie lassen sich vor Ort ansprechen von einem gewissen Alberich aus Nibelheim. Die Damen wittern willkommene Kurzweil und treiben mit dem zwergenwüchsigen Voyeur ein aufreizendes, übles Spiel, wobei sie seinen Stolz als Liebhaber empfindlich verletzen.Schließlich geben sie in Kicherlaune auch noch das Betriebsgeheimnis preis. Maßlose Macht über die Welt fällt demjenigen zu, der das Rheingold zu einem Ring zu schmieden vermag und dafür zeitlebens auf Liebe verzichtet. Kein Wunder, Alberich fühlt sich ohnehin um den erotischen Erfolg betrogen und greift stattdessen nach der Weltmacht. Er flucht auf die Liebe, raubt das Gold und verschwindet in Richtung Nibelheim. Das Unheil nimmt seinen Lauf. Wenn die Rheintöchter, sagen wir mal, etwas entgegenkommender gewesen wären, hätte man sich drei weitere aufwändige Opern sparen können. Das sollte zu Denken geben.
(Quelle: Loriot erzählt Richard Wagners „Ring des Nibelungen“, Deutsche Grammophon Literatur- Universal Music)
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s