Zitate: La Forza del Destino – II.

DRITTE SZENE
(Don Alvaro, ohne Mantel, in weitärmeligem Hemd, darüber eine Majo-Jacke, auf dem Kopf ein Haarnetz, in Sporenstiefeln, kommt von der Terrasse herein und wirft sich Leonora in die Arme.)

ALVARO
Für immer, meine schöne Geliebte,
vereinigt uns nun der Himmel!
In dieser Umarmung
spüre ich den Jubel des Universums.

LEONORA
Don Alvaro!

ALVARO
Himmel, was beunruhigt dich‘?

LEONORA
Bald ist es Tag.

ALVARO
Allzu lange
haben tausend Hindernisse vereitelt,
dass ich zu dir kam;
doch dem Zauber unserer reinen, heiligen Liebe
kann sich nichts entgegenstellen,
und Gott selbst hat unsere Angst
in Freude verwandelt.
(zu Curra)
Wirf diese Kleider
vom Fenster herab.

LEONORA
(zu Curra)
Halt.

ALVARO
(zu Curra)
Nein, nein…
(zu Leonora)
Komm mit mir,
verlasse jetzt dein Gefängnis…

LEONORA
Himmel! Ich kann mich nicht entscheiden.

ALVARO
Schnelle Pferde stehen schon für uns bereit;
ein Priester erwartet uns am Altar.
Komm, finde Zuflucht an einem Herzen voller Liebe,
die Gott im Himmel segnen wird!
Und wenn die Sonne, Gottheit der Indianer
und Herrin meines königlichen Hauses,
die Welt mit ihrem Glanz überflutet,
wird sie uns, Geliebte, als Gatten finden.

LEONORA
Es ist spät…

ALVARO
(zu Curra)
Mach schnell, beeile dich!

LEONORA
(zu Curra)
Warte noch…

ALVARO
Eleonora!

LEONORA
Morgen …

ALVARO
Was sagst du?

LEONORA
Ich bitte dich, warte.

ALVARO
(bestürzt)
Morgen?

LEONORA
Morgen werden wir fliehen.
Nur einmal noch will ich meinen Vater,
meinen armen Vater sehen;
und dir ist es recht, nicht wahr?
Ja, denn du liebst mich…
(verwirrt)
Du kannst nicht widersprechen…
Auch ich, du weisst es… ich liebe dich!
Wie glücklich mich das macht… o Gott!
(Sie weint.)
Mein Herz ist voll Freude! Lass uns bleiben…
Ja, mein Alvaro, ich liebe dich! Ich liebe dich!
(Sie erstickt in Tränen.)

ALVARO
Dein Herz ist voll Freude…und du weinst!
Deine Hand ist eisig wie ein Grab!
Ich begreife alles, meine Dame, alles!

LEONORA
Alvaro! Alvaro!

ALVARO
Eleonora!
Ich werde allein zu leiden lernen. Verhüte Gott,
dass du meinen Schritten aus Schwäche folgst.
Ich entbinde dich von deinen Schwüren. Die Hochzeitsfackeln
wären für uns nur ein Zeichen des Todes,
wenn du mich nicht liebst, wie ich dich liebe, wenn du bereust

LEONORA
(unterbricht ihn)
Ich gehöre dir, mit dem Herzen und dem Leben.
Dir zu folgen
bis an das Ende der Welt,
dir zur Seile und unerschrocken
das feindliche Schicksal zum Kampf herauszufordern,
wäre mir endlose Freude,
ewige Lust,
Ich folge dir, gehen wir, das, Schicksal
kann uns nie, niemals trennen.

ALVARO
Ich atme wieder, Licht und Leben
dieses Herzens, das dich liebt;
solange ein Puls in mir schlägt,
wird mein einziger und unerschütterlicher
Wunsch sein,
dir jedes Verlangen zu erfüllen.
Komm mit mir, gehen wir, das Schicksal
kann uns nie, niemals trennen.

LEONORA
Ich folge dir, gehen wir, das Schicksal
kann uns nie, niemals trennen.
(Links ist das Geräusch von sich öffnenden und schliessenden Türen zu hören.)
Welch ein Lärm!

CURRA
Jemand kommt die Treppe herauf‘!

ALVARO
Fort…

LEONORA
Fort… Ich folge dir,
Gehen wir, usw.

ALVARO
Komm mit mir.
Gehen wir, usw.

(Sie gehen schnell zum Fenster.)

 






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