Herbert Blomstedt mit Beethoven und Nielsen zu Gast beim BRSO.

Der große „Elder Statesmen“ der Dirigenten, Herbert Blomstedt, war am 11. und 12. Juni 2015 beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) zu Gast. Er dürfte in seinem 88 Lebensjahr befindlich wohl der erfahrenste Orchester- bzw. Konzertdirigent derzeit sein. Er stand vielen großen und bedeutenden Orchestern der Welt (z. B. Sächsische Staatskapelle Dresden, Gewandhausorchester Leipzig, NDR Sinfonieorchester, San Francisco Symphony Orchestra) vor und ist auch weiterhin überall ein gern gesehener Gastdirigent. Seine Altersmilde konnte man insbesondere beim Umgang mit den Musikern beim Schlussapplaus bewundern. Herzliche Umarmungen mit allen Stimmführern und persönlicher Dank per Handschlag bei Musikern der die Stücke bestimmenden Instrumentengruppen.

Im Herkulessaal der Residenz München spielte das renommierte Orchester in der ersten Hälfte vor der Pause Beethoven’s Symphonie Nr. 4 B-Dur, op. 60. Diese Symphonie für einen heißen Sommerabend ist wohl die beste Wahl aus der Ennealogie der Beethoven’schen Großwerke.

Für die zweite Programmhälfte wählte Blomstedt Carl Nielsen’s Symphonie Nr. 5, op. 50. Nielsen komponierte diese in zwei Sätzen; entgegen der sonst üblichen vier.
Blomstedt, als Sohn schwedischer Eltern in den USA geboren, setzt sich bis heute für den dänischen Komponisten ein. Er spielte unter anderem mit dem San Francisco Symphony Orchestra alle Symphonien Nielsen’s ein. Diese Aufnahme gilt bis heute als Referenz.

Das Konzert war sehr gut! Nielsen’s Nr. 5 ohne Frage ein besonderes Werk. Der Kampf der Trommel gegen die Harmonie des restlichen Orchesters im ersten Satz war großartig interpretiert. Blomstedt verstand es auch im zweiten Satz das sehr schnell aufeinanderfolgende bzw. gleichzeitige Spiel der Instrumente, welches wohl als nicht sehr harmonisch daherkommen könnte, trotzdem zu einem harmonischen Gesamtergebnis zusammenzuführen. Der Ausklang in Es-Dur entließ uns hoffnungsvoll und freudig in die Abendsonne!

Nielsen feiert 2015 seinen 150. Geburtstag. Meiner Ansicht  leider ein viel zu wenig gespielter Komponist. Man wünsche Blomstedt noch eine lange Gesundheit und weiterhin soviel Energie, um aktiv als Förderer für Nielsen’s musikalisches Vermächtnis zu wirken.

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2 Comments

    1. Das Konzert war sehr gut! Nielsen 5 ohne Frage ein besonderes Werk. Der Kampf der Trommel gegen die Harmonie des restlichen Orchesters war großartig interpretiert. Blomstedt verstand es auch im zweiten Satz das sehr schnell aufeinanderfolgende bzw. gleichzeitige Spiel der Instrumente, welches wohl als nicht sehr harmonisch daherkommen könnte, trotzdem zu einem harmonischen Gesamtergebnis zusammenzuführen. Der Ausklang in Es-Dur entließ uns dann in die Abendsonne!

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