„Hojotoho! Hojotoho! Heiaha! Heiaha!“ – Reallife wider dem #BayreuthFake.

IMG_2409Morgen ist es soweit. Bayreuther Festspiele. Castorf-Ring. Einmal komplett. Noch einmal mit Kirill Petrenko am Pult.

Am 27.07.2014 war ich das erste Mal auf dem Grünen Hügel. Am 27.07.2014 hörte ich das erste Mal eine Oper Richard Wagners. Am 27.07.2014 sah ich das erste Mal eine Inszenierung von Frank Castorf.

Seit diesem Tag bin ich mit dem Virus der Wagner’schen Musik infiziert. Und es zeigt sich entweder man liebt sie oder man besitzt tiefste Abneigung. Manchmal verbindet sich die Abneigung mit politischen oder historischen Argumenten. Dies wäre aber einen eigenen Blogeintrag wert. Zurück zum letzten Jahr.

IMG_2324Das erste Mal Wagner. Das erste Mal Ring. Das erste Mal Bayreuth. Das erste Mal Castorf. Eine Flut an neuen Eindrücken. Und ohne Übertitel. Ich bin ehrlich und muss gestehen, dass ich zum damaligen Zeitpunkt visuell und akustisch überfordert war. Und es war natürlich irgendwie auch aufregend. Man hatte ja schon viel über die Festspiele und das Festspielhaus gehört.

Opern-Genuss war es wahrlich (noch) nicht! Ich hatte mich zwar vorher über „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ schlau gemacht und gelesen und auch Thielemann’s Bayreuth-Aufnahme gehört, dennoch konnte ich dem ganzen Geschehen auf der Bühne nicht so recht folgen. Doch allein die Musik reichte – BUMM! Walküre, Ende 1. Aufzug. BUMM. Überzeugt.

IMG_2350Dieses Jahr sieht das schon anders aus. Ich bin nun über zwei Jahre sehr intensiver Operngänger/-hörer und werde den Castorf-Ring mit anderen Augen sehen. Mittlerweile traue ich mir auch eine Beurteilung und Einschätzung der Qualität von Regie und Gesang zu. Auch das Dirigat von Petrenko werde ich mit anderen Ohren hören; insbesondere vergleichend zu seiner Interpretation an der Bayerischen Staatsoper in der Spielzeit 2014/2015.

Ich rede immer nur vom „Ring“, aber natürlich steht auch noch die Neuproduktion „Tristan und Isolde“ von Katharina Wagner und Christian Thielemann auf dem Programm. Dennoch bin ich, auch aufgrund der bisherigen Berichterstattung via Presse und Social Media, mehr auf den Ring gespannt. Für den Bayreuther „Tristan“ wird es nach den Farewell-Vorstellungen von Waltraud Meier an der Bayerischen Staatsoper auch schwer werden, mich emotional so aufzuwühlen wie es diese zwei Vorstellungen im Juli taten. Aber ich lasse mich überraschen. Ich habe mir bewusst in diesem Zusammenhang noch keinen Mitschnitt angehört oder den Videolivestream angesehen.

So nun sind meine Gedanken im Vorfeld meines 6-tägigen kulturellen Abenteuers in Worte gefasst!

In diesem Sinne: „Hojotoho! Hojotoho! Heiaha! Heiaha!“ – ich hoffe ich erlebe im Reallife keinen #BayreuthFake.

Übrigens bei meinen Besuchen von Castorf-Inszenierungen am Residenztheater in München hat sich gezeigt: Je weiter die Vorstellung zeitlich weg war, je mehr ich darüber nachgedacht hatte, desto besser wurden sie! Obwohl ich im Theater dachte: Wer und wo bin ich? Und was mache ich hier?

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