Theater im Netz – Neuland oder bereits Abenteuerland?

Wieder einmal eine Blogparade. Diesmal initiiert von Marc Lippuner aka Kulturfritzen. Um was geht’s? Es geht um #TheaterimNetz.

Ich sehe das Thema aus der Sicht des Konsumenten, da ich selbst kein Kulturschaffender bin. Weder beruflich noch privat. Aber ich bin vielseitig interessiert.

Meine ersten Blogposts „WARUM BLOGGEN UND WAS ÜBERHAUPT?“ und „OPER – DAS UNBEKANNTE WESEN. ODER: WIE ALLES BEGANN.“ tangierten bereits das Thema „Theater im Netz“, denn mein Weg führte tatsächlich über den Livestream der Bayerischen Staatsoper zur Kunstform Oper und zum Genre der klassischen Musik. Es schlossen sich die „Randbereiche“ Theater und bildende Kunst an.

Welche Bedeutung hat für mich nun das Medium Internet im Bereich der von Theater oder Kunst im Allgemeinen?

Grundsätzlich gibt es für mich zwei Richtungen:

  1. Kommerzielles Marketing und Public Relations.
  2. Gedankenaustausch. Gedankenfixierung. Get together, share your thoughts.

Natürlich verfolgen die meisten Kultureinrichtungen in erster Linie einen kommerziellen Zweck mit Facebook, Twitter und Co.! Mit Bildern, Videos, Snaps sollen Karten verkauft werden. Die Auslastung der Häuser soll gesteigert werden. Das Interesse der Kunden soll geweckt werden. Es ist kurz gesagt: Werbung. Und aus meiner Sicht ist das legitim. Vielmehr wäre es ein strategischer Fehler Social Media nicht zu nutzen. Was also früher der Leporello war, ist heute die Timeline.

Die Bayerische Staatsoper zeigte mit dem Blog zur Uraufführung von „South Pole“, dass abseits vom Marketing durchaus sehr inhaltlich zur Sache gehen kann.

Im Übrigen bin ich stolz auf unsere Münchner Institutionen, die beim Thema „Theater im Netz“ aus meiner Sicht doch recht weit vorne sind! Allen voran die Bayerische Staatsoper und das Residenztheater. Aber auch die Theaterakademie August Everding wird durch den Wechsel von Johannes vom National- ins Prinzregententheater nun quicklebendig. Selbst die Freunde des Residenztheaters zeigen sich besonders engagiert beim Twittern, um die Freude rund um’s und im Theater zu fördern! Alle Institutionen agieren dabei auch über ihre Organisationsgrenzen hinweg und praktizieren offensichtlich, auch mit weiteren Kulturinstitutionen Münchens,  einen Erfahrungsaustausch im Rahmen des Best-Practice-Ansatzes. Gut so!

Die Oper Stuttgart hat mittlerweile zum zweiten Mal zu #Twoper aufgerufen. Nach #Salome folgte #Rosenkavalier. Das bedeutet zusammenkommen zu Oper, Twitter und Häppchen! Aber auch zu Hintergrundgesprächen mit Operndirektorin und Dramaturginnen.

Auch die aktuellste Aktion der Theaterakademie August Everding #Carmenundich geht genau in diese Richtung! Das Netz als Netz im bildlichen Sinne. Es ermöglicht das in Kontakt treten und digitale „Einfangen“ von Interessierten, um sich schließlich persönlich über Erlebtes, auch mit den Beteiligten und Verantwortlichen, (kritisch) auszutauschen. Dieser Diskurs multipliziert sich in Ausschnitten wiederum in die Sozialen Medien. Er bleibt also nicht im geschlossenen Raum. Das ist Theater im Netz und Netz im Theater.

#Lustwandeln (Bayerische Schlösserverwaltung), #Spurenleser, #Gegenkunst und #KoenigsklasseIII (Pinakotheken) sind ebensolche Beispiele abseits des Theaters.

Das Thema „Livestream“ will ich gerne ausklammern! Es wäre eine Diskussion für sich.

Fazit:
Wir sind in einigen Bereich betreffend „Theater im Netz“ schon gut aufgestellt. Wichtig ist und bleibt, dass sich das Netz und das reale (Er-)leben ergänzen sollten! Damit ist gewährleistet, dass zwischen Institution/Institution, Institution/Besucher und Besucher/Besucher ein tiefergehender Austausch zu Stande kommt. Beide Seiten können profitieren! Also nur Mut und weiter so. Neuland haben wir hinter uns, nun geht’s darum die Grenzen des Abenteuerlandes auszudehnen!

PS:
Abschließend stelle ich mir selbstkritisch allerdings manchmal die Frage, ob es uns noch möglich ist unsere Eindrücke in Worte zu fassen. Und zwar Worte, die mehr als 140 Zeichen haben. Auch, ob wir angesichts der Reizüberflutung auf allen Kanälen noch in der Lage sind, uns auf die wesentlichen Inhalte zu konzentrieren; uns Hintergründe historischer, aber auch gegenwärtiger, auf die Produktion bezogener Art zu erarbeiten und so weiter!

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